3. Internationales Budo-Camp in Sri Lanka

Schon zum dritten Mal innerhalb eines Jahres hat der Kettwiger Kampfkunstlehrer Olaf van Ellen in Sri Lanka ein internationales Budo-Camp organisiert.

Ein Budo-Camp ist ein Trainingslager, in dem die verschiedensten asiatischen und europäischen Kampfkünste unterrichtet werden. Budo ist der Oberbegriff der unterschiedlichen Kampfkunst- und Selbstverteidigungsdisziplinen. Die Idee eines solchen Camps ist, daß es verbandsunabhängig ist und daß jeder bei jedem trainiert, der große Meister mit dem Schüler und umgekehrt.

Auch absolute Anfänger haben die Möglichkeit im Rahmen eines Budo-Camps in die verschiedenen Disziplinen reinzuschnuppern und sich danach evtl. für eine oder mehrere Disziplinen zu entscheiden. Das diesjährige Budo-Camp fand wie gewohnt im Rahmen des Sportaustauschprogramms Asian German Sports Exchange Programme A.G.S.E.P. statt.

A.G.S.E.P. ist ein Sportleraustauschprogramm zwischen Asien und Deutschland unter der Schirmherrschaft des Jugendministers von Sri Lanka, bei dem Wettkämpfe, Talentsichtungen und natürlich der Aufbau und die Förderung der jeweiligen Sportart im Vordergrund stehen. AGSEP ist direkter Partner des Sri Lankanischen Sportministeriums und wird deshalb gezielt durch selbiges gefördert.

Im Mai 2000 wurde der Kettwiger Kampkunstlehrer Olaf van Ellen zum Bundesreferenten Kampfsport Deutschland ernannt. Seine Aufgabe als Bundesreferent Kampfsport besteht darin, Trainingslager deutscher Kampfsportler durchzuführen, Kampfsport in den angeschlossenen Ländern Asiens zu verbreiten und asiatischen Sportlern in Zusammenarbeit mit den deutschen Vereinen und Verbänden einen Gegenbesuch in Deutschland zu ermöglichen.

In der Zeit vom 30.09. bis zum 14.10. 2001 fand nun das dritte zweiwöchige A.G.S.E.P. Budo-Camp in Sri Lanka statt. Den Erfolg des Camps dokumentiert die stetig steigende Teilnehmerzahl. Musste man im ersten Camp Oktober 2000 noch mit 11 Deutschen, 35 einheimischen Kampfsportlern auskommen, so konnte van Ellen im 3. Camp eine Teilnehmerschar von 28 Deutschen und 48 einheimischen Kampfkünstlern für seine Sache begeistern.

Das Motto des 3. Camps lautete nach einem Zitat von Dr. Philip Chenique, 10. DAN Ju-Jitsu aus den USA: 'If you stop learning, you stop growing' * 'Wer aufhört zu lernen, der wächst nicht mehr' oder sinngemäß: 'Stillstand bedeutet Rückschritt.'

Als Lehrgangsleiter fungierten aus Deutschland: Jürgen Hatzky, 6. Dan Judo, Norbert Schulze, 3. Dan Jiu-Jitsu, Olaf van Ellen, 3. Dan ATK und Diedrich Saathoff, 2. Dan ATK

sowie aus Sri Lanka: Nayanananda Edirisinghe, Nationaltrainer WuShu, Shihan Peter Perera, 6. Dan Shotokan Karate und Anslem Silva, 4. Dan Kenseikan Karate.

Die 76 Teilnehmer aus Sri Lanka und Deutschland hatten die Möglichkeit mehr als nur Einblicke in Disziplinen wie Anti-Terror-Fight ATF, Aikido, Jiu-Jitsu/Ju-Jutsu, Judo, Karate, Tai Chi Chuan, Shiatsu, Tai Budo und WuShu zu bekommen.

Die einwöchige Trainingszeit gestaltete sich aus 5 einstündigen Unterrichtseinheiten pro Tag. Es wurde in der Kunstrasenhalle auf Matten, auf dem Kunstrasenfußballfeld und natürlich auch am Strand trainiert. Die Trainingseinheiten wurden regelmäßig durch Besuche von Kampfsportpersönlichkeiten des Landes wie z.B. Shihan Anura A. Kaththriarachchi, 6. Dan Karate, Nationaltrainer Karate Sri Lanka und Rohita Pelpola, 3. Dan Judo, Nationaltrainer Judo Sri Lanka aufgelockert.

Auch verschiedene politische Größen des Landes wie z.B. Jeyarat Fernandopulle, Tourismus- und Verkehrsminister sowie Festus Perera, Parlamentsmitglied und ehemaliger Innenminister wohnten der Veranstaltung bei.

Insbesondere das Anti-Terror-Fight Selfdefense System, kurz ATF, wurde von den Einheimischen begeistert frequentiert. In dieser Disziplin geht es darum, potenzielle Angreifer mit einfachen Schlägen und Tritten abzuwehren. Der Angreifer wird durch gezielten Druck oder Schläge auf sogenannte Nervendruckpunkte unter Kontrolle gebracht. Das besondere an der Disziplin ist, daß sie von jedermann sehr leicht und relativ schnell zu erlernen ist.

Bei den abschließenden Gürtelprüfungen ließ es sich selbst der Nationaltrainer WuShu nebst 15 weiteren Teilnehmern nicht nehmen seine erlernten Fähigkeiten im ATF unter Beweis zu stellen und seine Orangegurtprüfung mit Bravour zu bestehen. Weitere Prüfungen wurden in den Disziplinen ATK, Jiu-Jitsu und Chendokan-Aikido abgenommen.

Die Einladung an Jürgen Hatzky, als erster deutscher Judotrainer überhaupt, einen Lehrgang in Colombo zu leiten, gehörte sicher zu den absoluten Höhepunkten des Trainingslagers und dokumentiert so den eigentlichen Gedanken des Austauschprogramms. Ein weiterer Höhepunkt waren die Berichterstattungen im örtlichen Fernsehen. Insgesamt 4 Fernsehsender haben ausführliche Berichte vom Training mit Interviews der Lehrer in drei Sprachen gesendet.

Während und nach der Trainingszeit wurden nicht nur Erfahrungen und Trainingsmethoden ausgetauscht, sondern auch viele neue Freundschaften zwischen den deutschen Teilnehmern untereinander aber auch insbesondere zwischen den Sri Lankanischen und deutschen Teilnehmern geschlossen. Nach dem anstrengenden Training wurden die Abende meistens gemeinsam gestaltet. Es fanden Barbecues, Tanz und Videoabende statt. Die hervorragende asiatische aber auch europäische Küche wurde genossen. In den Trainingspausen lud der kilometerlange Sandstrand zu Spaziergängen ein oder zu einer Erfrischung im badewannenwarmen Meer. Im Anschluss an die Trainingswoche hatten die Teilnehmer aus verschiedenen Sportschulen und Verbänden Deutschlands die Gelegenheit, sich intensiv mit Land, Leuten und deren Kultur zu befassen.

Abschließend sagte van Ellen, daß das Konzept voll aufgegangen sei und die Aufteilung, eine Woche Sport und eine Woche Urlaub von allen Teilnehmern als sehr positiv bewertet wurde. Alle äußerten spontan, daß sie nächstes Jahr auf jeden Fall wieder kommen wollen. Bzgl. der Trainingslokalität trifft wohl kein Statement mehr zu, als die Aussage von Jürgen Hatzky: '5 Meter vom Pool, 30 Meter vom Meer und 20 Meter vom Restaurant, einfach perfekt.'

Alles in allem war dieses dritte Budo-Camp ein sehr großer Erfolg und eine Bereicherung für den Budosport. Das war die einhellige Meinung aller Teilnehmer, die insbesondere von der Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Singhalesen beeindruckt waren.

Für die nähere Zukunft, voraussichtlich ab 2003 sind auch Camps in anderen asiatischen Ländern geplant. Die genauen Daten für die nächsten Camps in Sri Lanka sind 13.07.-28.07. und 20.07.-14.08.2002. Als Lehrgangsleiter konnten bereits der bekannte amerikanische Großmeister Dr. Philip Chenique, sowie abermals Jürgen Hatzky, gewonnen werden. Weitere namhafte Lehrgangsleiter werden noch folgen.

Sollte Interesse an einem der Budo-Camps, einem Besuch der Karate-Delegation aus Sri Lanka oder sogar der Verpflichtung als Lehrgangsleiter bestehen, so melden sie sich bitte bei Olaf van Ellen. Tel. 02054-923768, email: info@budo-camp.de bzw. Internet: www.budo-camp.de .

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