Donnerstag, 25.07.
In der Nähe des Bahnhofs entdecken wir ein Hotel. Dort sehen wir uns ein Zimmer mit und eins ohne Bad an. Jetzt ist uns langsam wirklich die Lust vergangen weiter nach Hotels zu suchen und wollen eigentlich nur noch schlafen. Wir fragen wieder, ob wir ein Zimmer für 2 Nächte für 250 Yuan haben können. Wieder schüttelt die Empfangsdame den Kopf. Sie habe aber noch ein Zimmer, das wir für diesen Preis haben können. Also laufen wir wieder los und sehen uns dieses Zimmer an. Da es nicht besonders gesundheitsgefährend aussieht beschließen wir schnell es zu nehmen. Um 00:30 Uhr könne wir dann endlich unsere Sachen im Zimmer ablegen.

Aua! Das Zimmer ist richtig schrottig und sieht so aus, als ob es noch nie eine Putzfrau gesehen hätte, aber das muß reichen. In den Bettdecken sind Brandflecken, die Kopfkissen sind so eine Art platte Sandsäcke und das Klo sieht aus, als ob es seit der Ming Dynastie nicht mehr gereinigt worden wäre. Brrrr, genauere Beschreibungen unterlasse ich hier an dieser Stelle lieber!!!! Wir versuchen uns beim Duschen nicht sämtliche Krankheiten zu holen und gehen dann ins Bett (oder was immer das sein soll). Wir haben Hunger, denn seit Xiangfan haben wir nichts mehr zwischen die Zähne bekommen.
Um 09:30 Uhr wachen wir auf. Wir sind immer noch hundemüde und unsere Gesichter sind von den sandsackartigen Kissen zerdrückt. Um 10:30 Uhr gehen wir Mittagessen. Nach dieser Stärkung müssen wir zwischen Busschreiern Slalom laufen und versuchen dabei von ihrem "Shaolin!"-"Zhengzhou!!"-Geplärre nicht taub zu werden. Es scheint auch keinen zu interessieren, daß wir weder nach Zhengzhou noch nach Shaolin wollen, heute zumindest nicht.
Schließlich steigen wir in Bus #81 ein und fahren zu den ca. 16 km entfernten Longmen Shiku (Longmen Grotten).

Nach knapp 40 Minuten Fahrzeit müßt ihr an der gleichnamigen Bushaltestelle aussteigen. Diese befindet sich direkt vor einer großen Brücke und kann nicht verpaßt werden. Auch hier wurde der Eintrittspreis von 55 Yuan auf 60 Yuan erhöht. Unglaublich! Aber der Besuch ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Im Jahre 494 v. Chr. hat die nördliche Wei Dynasty ihre Hauptstadt von Datong nach Luoyang verlegt. Da diese Dynasty in Datong die beeindruckenden Yungang Grotten (Shiku) erbaut haben, begannen die Herrscher damit, auch in Luoyang diese Art von Grotten zu errichten.

Die Longmen Grotten befinden sich auf beiden Seiten des Yi Flusses mitten in einer faszinierenden Landschaft.

In den nächsten 200 Jahren wurden mehr als 100.000 Buddha Bilder und Statuen in allen Größen und Variationen in die steinernden Feldwände geschlagen.
Die höchte Buddha Statue mißt über 17m.

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Die Statuen befinden sich in über 2300 Höhlen und Nischen. Mittlerweile wurden zahlreiche Treppen gebaut, um die zahlreichen Höhlen bequem zu erreichen.

Diese Grotten stellen den Höhepunkt der buddhistischen Höhlenkunst dar und werden als riesiges Kunst Museum betrachtet.

Diese Höhlen sind äußerst aufwendig gestaltet.

Selbst die Decken sind mit detaillierten Abbildungen - hier die einer Lotus Blume - in Handarbeit verziert worden.

Allerdings wurden während des 19. und 20. Jahrhunderts viele der Statuen von Souvenierjägern aus dem Westen in deren Heimatländer gebracht. Ein übriges hat die Kulturrevolution geleistet, in der die Staatsanhänger vielen Buddha Statuen mit Hammern die Köpfe abgeschlagen haben, so großer Schaden entstanden ist.

In der Mitte des 9. Jahrhunderts neigte sich die Kunst des Höhlenbaus dem Ende zu, als die Herrschaft der Tang Dynasty beendet war.
Rückfahrt nach Luoyang
Nach einigen Stunden Besichtigung in der glühenden Sonne fahren wir am Nachmittag wieder in die Stadt zurück.
Danach bummeln wir ein wenig durch die Stadt. Um 17:30 Uhr gehen wir wieder ins Hotel und erholen uns. Um 19:30 Uhr gehen wir Abendessen. Wir bestellen eins unser Lieblingsgerichte (Tomate mit Ei) und machen wie immer im Vorhinein einen Preis für 6 Yuan ab. Nach dem Essen gibt uns der Chinese aber nur 3 Yuan auf einen Zehner wieder. Wie immer fangen wir wieder eine Diskussion an, diesmal aber eher eine harmlose, die keiner so richtig ernst nimmt und eher der Unterhaltung zu dienen scheint. Während Matthias versucht an den Pappkarton mit Geld zugelangen um sich dort die umgerechnet 12 Cent selbst anzueignen, stehe ich am Eingang des Restaurants und schmeiße sämtliche Leute raus, die den Laden betreten wollen. Nachdem wir alle unseren Spaß hatten rückt der Besitzer schließlich den 1 Yuan raus und wir hauen lachend ab. Im Hotel noch schnell geduscht und früh ins Bett gefallen.