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Wer kennt es nicht, das weltberühmte Shaolin-Kloster, die vielen Filmen darüber und die Legende von den Mönchen, die einst das Leben des Kaisers gerettet haben ? Zumindest Kampfsportler, welchen Stil auch immer sie betreiben, wissen viel mit diesem geheimnisvollen Ort zu verbinden. Nachfolgend möchte ich einige Informationen dazu geben.
Der Ort Shaolin liegt in der Henan-Provinz, die sich wiederum in Zentral-China befindet. Von den bekannten Großstädten, wie Peking, Shanghai und Hongkong ist man hunderte von Kilometern entfernt. Shaolin liegt erhöht und dennoch umgeben von gewaltigen Bergmassiven, die teilweise über 2000 m hoch sind. In dem Ort, der inmitten einer unglaublich schönen Landschaft liegt, leben ungefähr 20000 Einwohner, von denen mindestens 15000 tagtäglich Kung-Fu trainieren. Dieses Training findet in den zahlreichen, dort angesiedelten Schulen statt, die sich mit dem Namen "Shaolin" schmücken wollen, um Schüler anzulocken. Auch die weltgrößte Kung-Fu-Schule mit etwa 9000 Studenten ist hier zu finden. Diese Schule kommt einem vor, als wäre sie eine eigene Stadt und sie bietet als erste Schule die Möglichkeit, die installierten Computer mit Internetanschluß im Büro gegen eine geringe Gebühr zu nutzen.
Das Internet in Shaolin, die Überleitung zu meinen persönlichen Erfahrungen während meines viermonatigen Aufenthalts dort. Es war neben dem Telefon meine Verbindung nach Deutschland und es zeigt, daß sich selbst in den entlegensten Orten der Welt, die für ihre Tradition bekannt sind, die Technik nicht aufhalten läßt. Von wegen Tradition muß man sagen, daß es sich wohl nicht mehr um das Shaolin handelt, was man zu sehen erhofft hatte. So erging es zumindest mir, wenn ich mir meinen Weg durch Touristenmassen bahnen mußte, die einen dann die ganze Zeit fotografieren wollten oder wenn ich mit irgendwelchen Chinesen rumdiskutierte, die mich als Ausländer wieder einmal mit einem Lächeln im Gesicht auf höflichste Art und Weise bescheissen wollten. Doch eines muß man ganz klar sagen, die Chinesen sind grundsätzlich Ausländern gegenüber freundlich eingestellt und auch mit den Studenten und Trainern einer Schule kommt man super klar. Voraussetzung hierfür ist voller Einsatz im Training, um ein gewisses Ansehen zu erlangen.
Meine Schule, mit ca. 200 Studenten eine der kleinen Schulen, liegt etwa 50 m neben dem bekannten Haupteingang der Tempel-Anlage mit seinem großen Portal und den runden, fensterähnlichen Öffnungen. Sie befindet sich im inneren Bereich, in direkter Umgebung des Klosters, während die oben beschriebene große Schule rund einen Kilometer weiter weg, vor den eigentlichen Toren des Ortes Shaolin ist. Interessant zu beobachten ist, daß sich die Anzahl der Studenten meiner Schule in den vier Monaten nahezu verdoppelt hat. Dies zeigt wohl auch die Popularität von Shaolin in ganz China. Was noch zu sagen wäre ist, daß dort eigentlich immer ein gewisser Anteil Ausländer trainiert. Während meines Aufenthalts waren auch etwa 20 Ausländer dort, die sich aus Deutschen, Franzosen, Engländern, Schweizern, Griechen, Japanern, Österreichern, Italienern, Spaniern und Israelis zusammensetzten.
Wenn ihr nähere Informationen möchtet, schickt mir bitte eine E-Mail, die ich auf jeden Fall so gut es geht beantworten werde.